Ein Rat vorab: Es können auch jetzt noch Rosen neu gepflanzt oder umgepflanzt werden -
solange es keinen Dauerfrost gibt. Siehe Seite Rosenpflanzung !

Ich erinnere mich, daß ich meine ersten Rosen am Hause vor ca. 40 Jahren
bei Schneetreiben in die Erde gebracht habe.
Alle 30 ’Lavaglut’ haben das ohne Ausfall überstanden .
 

 Der WINTERSCHUTZ für unsere Rosen. 

Ich unterscheide:
a
) den allgemeinen, für alle Rosen und Klimagebiete geltenden vorbeugenden und
b) den von Klima, Standort, Frosthärte abhängenden Schutz.

Zu a): Standort / Klima - Sortenwahl als Frostprävention
Für Standorte mit rauhem Klima kann ich keine frostempfindlichen Rosen kaufen und pflanzen.
Dort gehören winterharte Sorten hin (z.B. Bonica 82).
Für veredelte Sorten gilt, daß sich (außer bei Stammrosen)
der Veredelungsknoten ständig 3-5 cm unterhalb der Erdoberfläche befindet.
Wurzelechte (nicht veredelte) Rosen können auch, müssen aber nicht so tief in der Erde stecken.
Der Grund für beide: Unter der Erde sind die Reserveaugen (schlafende Augen) am besten
vor der Gefriertrocknung im Winter geschützt.

Häufige Frost-Schadens-Ursache:
Eine oft vernachlässigte vorbeugende Schutzmaßnahme ist die richtige Düngung
zum richtigen Zeitpunkt. Siehe Seite ROSENDÜNGUNG.
Von den meisten Ratgebern wird eine Nachdüngung nach der Hauptblüte bis Juni / Juli empfohlen.
Ausgerechnet dieser Zeitraum ist sehr arm an Niederschlägen, sodaß mineralischer Streudünger
nur durch erhebliches Nachwässern aufgelöst und wurzelverfügbar wird.
Bei organischen Düngern dauert es Monate.
Die wenigsten Rosenbesitzer wässern aber wirklich gründlich! Seite BEWÄSSERUNG!
Die Folge ist, daß die Mineralien erst durch den Herbstregen aufgelöst den Rosen zugeführt werden.
Die Rose treibt dann noch mal aus - die Triebe sind mastig weich - sie reifen vor dem Frost
nicht mehr aus und erfrieren. Spätfrost im Frühjahr ermöglicht dann Rindenfleckenkrankheit.
Das können Sie jetzt leider nicht mehr verhindern - aber, bitte denken Sie im nächsten Jahr daran!

Zu a.) Innerer Frostschutz der Rosen
Im August / September hatten Sie Gelegenheit, durch Düngung mit Patentkali
zur Holzreifung / Entwässerung in den Zweigen Ihrer Rosen beizutragen.
Das senkt den Saftdruck und trägt dadurch zum Frostschutz
und zur Festigkeit der Zweige bei, die bei Schneebelastung wichtig sein kann .
Zur Festigung der Zellwände (die Pflanzenzellen enthalten leicht gefrierende Wassertröpfchen)
trägt Kupfer bei (keine Kupfer-Salze !), das in ‘Excello’ als Staub vorhanden ist.
In ‘Excello basis’ wird die für unsere Rosen richtige Mischung aller nötigen Spurenelemente
angeboten. Beide Mikrodünger sind frei von Salzen, so daß keine Auswaschungen stattfinden.
Alle wichtigen Spurenelemente sind staubfein-metallisch im Granulat gebunden und sind
im normalen NPK-Rosendünger nicht oder nur mangelhaft enthalten
Beide Präparate können Sie zu jeder Jahreszeit - auch im Winter - streuen.
Sie halten 4 Jahre lang vor.
Siehe Seite ROSENDÜNGUNG.
 
Zu b): Der äußere Winterschutz der Rosen
Ob überhaupt äußerlich geschützt werden muß, hängt von Klima und Standort der Rose und
von der ihr angezüchteten, genetisch bedingten Frosthärte ab.

Zur Arbeitserleichterung können störende Langtriebe etwas eingekürzt werden
(Einmalblüher jetzt aber nicht mehr!!). Vor allem Abgeblühtes (Mumien) werden entfernt.
Wird SCHNEEBRUCH befürchtet, kann auch tiefer heruntergeschnitten werden.
Der Pflege- und Sanierungsschnitt wird erst im Frühjahr durchgeführt.
Siehe Seite ROSENSCHNITT.

Die Hagebutten stehen Ihnen als Deko-Material oder den Vögeln als Winterfutter zur Verfügung.

Frisch gepflanzte Rosen-Sträucher (nicht die Stammrosen) werden immer hoch angehäufelt!
Sie behalten diesen Schutz bis ins Frühjahr hinein .
 
In rauhen Lagen werden Zwerg-, Beet- und Edelrosen mit der sie umgebenden Erde alljährlich
(ggf. gemischt mit Kompost) ca. 15 - 25 cm hoch angehäufelt.
In beiden Fällen werden durch die feuchte Erde Verdunstungsverluste bzw. Gefriertrocknung vermieden.

Schockartiges AUFTAUEN ist gefährlich!
Vor der Frost-KÄLTE können Sie die Rosen nicht schützen -
aber vor der plötzlichen Erwärmung durch SONNE !
Der ganze Rosenstrauch braucht also nur SCHATTEN als FROSTSCHUTZ -
und auch nur dann, wenn es in der Nacht zuvor Frost von mindestens -3 bis -4 Grad C gegeben hat
und am nächsten Morgen die pralle tiefstehende Sonne auf den gefrorenen Rosenstrauch strahlt.
Die Eiskristalle in der Haut der durch Beschattung geschützten Zweige tauen langsam auf
Es findet keine plötzliche Ausdehnung des Zellinhaltes statt. Das Platzen der Zellwände wird verhindert.

Erklärung: Die Haut (Rinde) der Rosenzweige besteht aus Zellen,
in denen je ein winziges Wassertröpfchen eingeschlossen ist.
Durch den Nachtfrost ist daraus ein winziger Eiskristall geworden.
Bevor dieser durch den wärmenden Sonnenstrahl auftaut, dehnt er sich plötzlich stark aus.
Feste, elastische Zellwände (mit Kupferpräp. gedüngt!) halten dem Ausdehnungsdruck stand.
Die Zellen weicher mastiger Zweige können platzen,
wenn sie nicht durch Patentkali-Gabe ausgereift / entwässert sind.
Siehe Seite DÜNGUNG!
Kommt es nach einer Frostnacht durch wärmende Sonneneinstrahlung am nächsten Morgen
zu Saftfluß / Saftstau knapp unter einem Auge, dann bewirkt der nächste Frost dort
auch die Entstehung feiner Risse, in die dann Sporen der Rindenfleckenkrankheit eindringen. 
Siehe Seite ROSENSCHUTZ

Abdeckmaterial:
Die ggf. erforderliche Beschattung Ihrer Rosen können Sie
mit Tannen- oder Kiefernreisig, Schilf oder Schilfmatten
grobmaschigem Sackleinen oder dem weiß-reflektierenden,
Luft durchlassenden Gartenvlies vornehmen.
Alle Arten von Plastikfolie, helle oder gar dunkle Plastiktüten, SIND UNGEEIGNET !!
Sie werden Ihre Rosen umbringen (Hitze- Kondensfeuchte- Luftmangel-Fäulnis).
Der Strauch braucht nicht rundherum eingepackt zu werden.
Es genügt schon, wenn Sie ihn in Richtung Sonne beschatten.

Stammrosen sind nur dann problematisch, wenn Sie die traditionelle Schutzmaßnahme,
nämlich das Herunterbiegen des Stammes mit dem Ziel,
die strauchige Krone in der Erde zu vergraben, bevorzugen.
Das ist nur bei jungen Hochstämmen mit genügender Elastizität zu empfehlen.

Dabei muß beachtet werden, daß der Stamm über den Schnittzapfen unm. über dem Boden
gebogen wird (das mußte bei der Pflanzung schon beachtet werden).
Außerdem soll die Krone entlaubt werden, bevor sie mit einer Astgabel oder Zelthäringen
im Boden festgesteckt und mit Erde bedeckt wird, damit sie nicht mit den Blättern verfault.
Auch der Stamm soll dabei gegen Sonneneinstrahlung und Wildverbiß geschützt werden
(Textilwickel oder Schaumrohre v. Klempner).
Meine Stammrosen bleiben aufrecht an ihrem Stützpfahl stehen.
Sie behalten auch ihr Laub, soweit sie es nicht selbst abwerfen.
Solange die Kronen noch klein sind, bekommen sie im Winter die luftigen Vlieshauben
als Sonnenschutz. Später verwende ich mehrschichtige, offene Vlies-TÜCHER (ca. 1m X 1m) und
schneide die Kronen vor dem Zudecken / Zubinden stark zurück
Die Stämme hatte ich früher mit Streifen aus Sackleinen umwickelt.
Seit einigen Jahren geht das aber viel leichter mit seitlich aufgeschlitzten Schaumstoffrohren,
(Baumarkt, Klempner) die ganz leicht auf die Stämme geklappt werden.
So vermeide ich auch da Sonneneinstrahlung mit Frostrissen als Folgeschaden.

Für alle meine Rosen, die es wirklich brauchten, gibt es Bahnen bzw. Tücher
aus feinem, mehrschichtigem Vlies
oder luftdurchlässigem Sackleinen, so beschriftet, dass ich sie sehr schnell schattenspendend
anbringen kann, wenn es Nachtfrost unter - 4°C gibt und der Morgen sonnig wird.
Feines Gärtnervlies in Bahnen und Vlies-Hauben gibt es im Fachhandel.
Manchmal verwende ich dazu noch nach dem 6. Januar die Zweige abgetakelter Tannenbäume.

Rosen in Töpfen oder Großbehältern besitze ich nicht.
MEINE Rosen sollen nicht eingequetscht im Terrakottatopf, sondern frei im Gartenboden wurzeln.
Ich respektiere aber diesen Gestaltungswunsch bei Mitmenschen, die das anders sehen.
Für diese Rosenbesitzer habe ich bei Fachleuten nachgefragt und erfahren, dass man
die Töpfe in eine windgeschützte Ecke stellen und mit Noppenfolie einpacken kann.
Dann wird die Erde noch einmal gut durchgefeuchtet und mit Tannenzweigen bedeckt.
Jetzt soll alles verbliebene Rosenlaub entfernt (abgepflückt) werden, um die Pflanze zur
Winterruhe (Ausreifung) zu bringen und Verdunstung zu vermeiden.

Der oberirdische Strauch von Topf- UND Beet-Rosen und und ihre Zweige
werden mit Tannenzweigen, Sackleinen oder Vlies schattiert oder (je nach Standort) luftig eingepackt .
Das verhindert NICHT das Durchfrieren der Pflanze!
Es vermeidet aber Zellschäden durch zu schnelles Auftauen und gilt für alle Rosensträucher.

Aufgrund des KLIMAWANDELS (Erderwärmung) KANN es sein, daß wir auch im kommenden Winter
wieder auf den äußeren Frostschutz verzichten können - es kommt auf die Klimazone an,
in der Ihre Rosen leben ! ABER VORSICHT vor TEMPERATURSTÜRZEN wie im Februar 2012:
Von +12°C auf -12°C !!! In ganz Europa gab es Millionenschäden !!! -
Kein Mensch hat mit S O W A S gerechnet ! Aber - aus Schaden wird man klug. (Ich z.B.).

Habe ich noch etwas vergessen?
Das Auflockern der Bodenoberfläche wird empfohlen, wenn es sich um festen Lehm handelt.
Der Frost soll dann eine bessere Krümelstruktur bewirken.
Der Nachteil ist, daß man im Frühjahr das gefallene Rosenlaub mit den Pilzsporen
nur sehr schwer abharken kann. Außerdem kann der Frost tiefer in den Boden eindringen.

Denken Sie auch an die Pflege Ihrer Gartengeräte. Sie sollen nach dem Reinigen und
Instandsetzen (Öl und Leinöl-Firnis für Eisen bzw. Holz) trocken gelagert werden.

Beim Neukauf sind zur Arbeitserleichterung Marken-Geräte und vielleicht sogar
ein Spaten aus Edelstahl, die Rosen-Grabegabel ODER die Gartenklaue zu empfehlen.

Für den Pflege- und Sanierungsschnitt im Frühjahr kann man jetzt noch an den Kauf
einer neuen Schere denken oder in die alte Schere ein neues Schneideblatt einbauen.

Rosenbücher
sind wunderschöne und wertvolle Weihnachtsgeschenke.
Vergessen Sie nicht, auch selbst darin zu lesen. Siehe Seite ROSENLITERATUR

Rosen als VOGELNÄHRGEHÖLZE: 
Einfache, offene Blüten einer Vielzahl unserer Rosen werden gerne
von bestäubenden Insekten aufgesucht!
Das Ergebnis sind große Mengen meist leuchtend roter Hagebutten,
die im Herbst / Winter die abgeblühten Rosensträucher schmücken und
den hiergebliebenen VÖGELN als WINTERFUTTER dienen.                                                                                               

Ein schönes und gesundes Neues Rosenjahr
wünscht Ihnen
Ihr ROSELOVER - Horst Hilscher.